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Aktuelles aus dem Meter-to-Cash-Forschungsprojekt von ABILITA, Repower, SAP und HSG

Aktuelles aus dem Meter-to-Cash-Forschungsprojekt von ABILITA, Repower, SAP und HSG
Die Liberalisierung des Energiemarktes ist auch in der Schweiz nicht mehr aufzuhalten. Aber was bedeutet dies für den Meter-to-Cash-Prozess?


Bisher war der Schweizer Energiemarkt geprägt von Gebietsmonopolen der EVUs, die sich primär dem Service Public (Sicherstellung der Grundversorgung) verschrieben hatten. Konkret bedeutet das: Der Stromkonsument kann sich seinen Stromversorger nicht selber aussuchen sondern muss den Stromversorger wählen, der für seinen Wohnsitz bzw. seine Betriebsstätte verantwortlich ist.

Seit Januar 2009 können Grosskunden mit einem Strombedarf von mindestens 100 Megawattstunden pro Jahr bereits ihren Energieversorger frei wählen. In Kürze wird diese neue Freiheit (sehr wahrscheinlich, finale Entscheidung steht noch aus) auch für Privatkunden gelten. Somit gibt die Schweiz ihre exponierte Stellung im ansonsten grösstenteils liberalisierten europäischen Strommarkt auf.

Durch die Liberalisierung sind nun auch die Energieversorgungsunternehmen dem Wettbewerb ausgesetzt. Es gilt alte Strukturen zu überkommen und fit für den Wettbewerb zu werden. Das bedeutet insbesondere auch in Prozessen zu denken und eine strikte Funktionsorientierung (Teilaktivitäten wie z.B. Messung, Rechnungsstellung oder Service werden isoliert voneinander betrachtet und optimiert) zu überwinden.
Zentraler Prozess im Kontext Energievertrieb ist der Meter-to-Cash (M2C)-Prozess. M2C bezeichnet den Prozess vom Ablesen des Energiezählers bis zum Eingang der Zahlung des Kunden. Die effiziente Abwicklung dieses Prozesses ist für die Energieversorger von entscheidender Bedeutung. Für den Energievertrieb sind Stromeinkaufs- und Stromverkaufspreise nur begrenzt beeinflussbar. Die Marge wird damit massgeblich durch die operativen Prozesse d.h. insbesondere auch durch den M2C-Prozess beeinflusst.
Allerdings fehlt in diesem Kontext die Grundlage um Veränderungen betriebswirtschaftlich zu bewerten und zu steuern: Klare Prozessdefinitionen und entsprechende Kennzahlen- und Steuerungssysteme zur systematischen Transformation bzw. Redesign des M2C-Prozesses. Gegenstand des durch die KTI geförderten Projektes ist daher die gezielte Analyse des M2C-Prozesses sowie die Entwicklung eines Steuerungscockpits, das die effektive und effiziente Steuerung des M2C-Prozesses erlaubt.

Nach 11 Monaten liegen bereits die ersten Ergebnisse in Form von implementierter Software vor. Sieben Dashboards, die grundlegende Steuerungsgrössen des M2C-Prozesses zeigen, wurden dabei entlang von zwei Perspektiven entwickelt. Zum einen steht natürlich der M2C-Prozess mit seinen Funktionen Ablesung, Fakturierung, Forderungen und Service im Mittelpunkt. Zum anderen kann gezielt nach Kosten, Qualität und Kundenzufriedenheit analysiert werden.

„Software kann auch Spass machen“ lautete das Motto bei der Implementierung. Gezielt wurden übersichtliche Dashboards entwickelt, die auch über mobile Endgeräte wie iPads konsumiert werden können. Die Vision der weiteren Entwicklungsarbeit ist klar definiert: Entwicklung eines 360°-Steuerungsportals für den M2C-Prozess.
Sie haben Interesse an tiefergehenden Informationen? Besuchen Sie unseren „Meter-to-Cash-Day“ im zweiten Quartal 2012 (Termin wird in Kürze bekannt gegeben). Hier werden wir einen detaillierten Einblick in unsere Arbeit geben.

Gerne können Sie uns auch direkt ansprechen. Im Hause ABILITA treibt Markus Römer die Entwicklung voran. Sein Fazit nach 11 Monaten: „Die Zusammenarbeit in dem Team HSG, Repower, SAP und ABILITA macht einfach Spass. Die Mischung aus erfahrenen Branchenexperten und jungen Wissenschaftlern ist wirklich gelungen. Ich freue mich auf die nächsten 11 Monate – und natürlich die Ergebnisse“.

Autor

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Aysun Önaktug 26.01.2012